Bilder 2003-2011

In den Jahren 2003-2010 - nach ihrem Umzug in ein Haus im Stadtteil Avonside und vor dem Septembererdbeben 2010 -  malte Susanne eine Reihe von teils sehr persönlichen Bildern, die von expressionistischen Figurenportraits bis zu der großen Collage "Tower of Babel" reichen. Sie malte hauptsächlich mit kräftigen Akrylfarben und kühnen Strichen auf Papier oder Pappe. Auch einige "Erdbebenbilder" entstanden in dieser Technik und diesen Materialien und wurden noch 2011 gemalt, z.B. "Sorrow".

Creatures (2014)

Die Serie von "Creatures"(Fabeltiere)-Bildern wurde Anfang 2014 gemalt. Die Bilder wurden von Treibholz vom Strand in Birdlings Flat auf der Banks Peninsula inspiriert und sollen die Phantasie des Betrachters anregen. Könnten die tierähnlichen Treibholzformen nicht auch Fabelwesen  sein - Drachen, Haifische mit Füßen, Raubvögel, Wesen in der Tiefe des Ozeans ... ?

City Dreams und Westküstenbilder (2014-2016)

Nach ihrer Rückkehr von einem längerm Aufenthalt in Berlin Anfang Mai 2014 malte Susanne eine  Reihe von Stadttraumbildern. Das erste davon war "City Night". Mit seinen irregulären Quadraten und dicken Balken ist es fast abstrakt; jedoch enthält es auch eine  undeutliche nächtliche Stadtszene mit Tischen und Menschen vor einem Restaurant. Die Bilder "City I" und "City II" suggerieren ebenso die Fazination durch die Großstadt mit ihren hohen Hauswänden, Dächern und Straßen. In "City I" wird eine männliche Figur in die Stadtlandschaft gesogen; in "City II" schaut eine Frau sehnsuchtsvoll auf eine Großstadtstraße. In beiden Gemälden tauchen die Figuren aus der Landschaft Neuseelands auf. Das Bild "Fata Morgana/Mirage" ist die Halluzination einer Stadt mit ihren Gebäuden und Menschen: eine hinter Wüstenhügeln aufscheinende Fata Morgana. "At Night" entstand im April 2016 kurz vor der Uebersiedlung nach Berlin.

Ein Christchurch-Stadtbild ist "The Bygones". Auf Deutsch bedeutet der Titel in ungefährer Übersetzung: Es war einmal. Das Bild wurde von einem Foto der Ruine des Excelsior-Lokals in der Innenstadt von Christchurch inspiriert. Als eine Szene der Vergangenheit erscheinen Menschen hinter dem Absperrungszaun.

2015 entstanden auch einige Bilder von der neuseelaendischen Westküste, z.B. "Magic Rock" und "The lost World".

Akte und Phantasien (2014-2016)

Seit Juli 2014 malt Susanne Ledanff eine Reihe von Aktbildern, die sie mit imaginären Landschaften und Kontexten verknüpft.  In dem Bild "The Beauty and the Beast" kann man die Anspielung auf surrealistische Motive erkennen. Das Bild "The Reader/Die Leserin" zeigt einen weiblichen Akt auf einem "Buchstabenfelsen", der aus Schnipseln aus einem alten deutschen Buch gebildet ist. Märchenhafte Lektüreszenen erscheinen in den Fensterbögen über der Lesenden. Das Gemälde "Satyr and Nymph/Satyr und Nymphe" ist eine Variation des bekannten mythologischen Motivs in der Aktmalerei. "Woman at Window" ist wiederum ein Teil der "City Dreams", das zu einer anderen Motivserie von Susanne Ledanffs Bildern gehört. "Male Nude looking at City" enthält eine Anspielung auf die klassischen Iphigenie-Gemälde. Das Bild "The Letter" verwendet eine Rötelbildzeichnung, die von Stadt- und Briefmotiven umgeben ist.

Ein spaeterer Beitrag zu den Aktbildern ist "Female Nude with Hermes" vom Anfang 2016.

Experimente mit Wasserfarben (2015-2016)

Das Jahr 2015 brachte einen Umbruch in Susanne Ledanffs Leben und malerischer Arbeit. Als Reaktion auf Unfälle und persönlicher Erlebnisse entwickelte sie eine neue Maltechnik. Experimente mit Wasserfarben (inklusive Wasserfarbenstifte, Tinte, Wachsstifte etc.) erschienen ihr als ein Weg, mit den Emotionen dieser Zeit umzugehen. Der Fluss und die Bewegung der transparenten und verlaufenden Farben und der Striche der diversen Stifte führen zu weit mehr Abstraktion, als dies in früheren Bildern der Fall war. Andererseits sieht die Malerin in den so entstandenen Formen, Linien und Objekten auch Anknüpfungspunkte an die "Realität": angeknüpft wird an Motive früherer Bilder: Städte, Phantasiefiguren, Akte... Aber vor allem verbinden sich die neuen Techniken mit den neu zuergründenden Themen, die mit Körperbildern zu tun haben. Deutlich stehen die Motive von Herz und Auge im Zentrum der Kompositionen.

Beispiele: City Burning; Stranded; Happy Heart and Sad Eye; Rebirth; Crazy Eye.

Das Bild "Tower"kam im Jahr 2016 hinzu und entstand aus Susanne Ledanffs Druckarbeiten heraus. Mit der Rolle wurde die Druckertinte aufgetragen und weiterhin Wasserfarbe und Pastelkreide verwendet.

Holz- und Linolschnitte (ab 2015)

Eine neue Technik, die Susanne Ledanff 2015 für sich entdeckt, entsteht aus der Arbeit mit Holz- und Linolschnitten.  Sie sieht diese Arbeiten als eine Möglichkeit, mit ihren Themen und den Techniken dieser Medien spielerisch umzugehen - und zugleich eine Reihe von preisgünstigen Probierobjekten und Souvenirs für die Besucher ihrer (online)Gallerie sowie weiterer Austellungsorte und Galerien anzubieten. Die  meisten Holz-und Linolschnitte explorieren neue Motive und nützen die Technik mehrfarbiger Schnitte. Teils tendieren sie zur Abstraktion und wurden auf nicht identitischen Druckplatten gedruckt. (Happy Eye; The Alien and the old Chinese); teils experimentieren sie mit Farben und Variationen des gleichen Motivs wie in der Serie der janusköpfigen Gesichter "Couples".

Nach der Rückkehr nach Berlin 2016 kamen in ähnlichen Techniken die Drucke "Family" und "City-Mountains" sowie "Squareheads" und "Arabesque" hinzu.

Brockhaus-Enzyklopädie-Collagen (2015-2016)

Ende 2015, Anfang 2016 wurde Susanne Ledanff von den Materialien alter Bücher zu Collagen inspiriert. In der Hauptsache stammt die Inspiration von den Farbtafeln und Abbildungen in einer alten Brockhaus-Enzyklopaedie.
Beispiele: "Magic Forest", "Europäisch", "Danse macabre".

Nach der Rückkehr nach Berlin entstand die Collage "Der Untergang des Abendlandes" ebenfalls mit diesen Materialien.

Nach der Rückkehr nach Berlin: Bilder 2016/17

Der neue Lebensabschnitt in Susannes Arbeiten zeigt sich zunächst in der Erweiterung der in Neuseeland begonnenen Experimente mit Wasserfarben und Mixed Media als einer Tendenz zu halbabstrakten Bildern. Einige Bilder entstanden im Kontext von Workshops, Galeriebesuchen und Künstlergesprächen, z.B. "Transitions", "Horizons" und "Wag the Dog". (Zur Erläuterung: "Wag the Dog" wurde gleich nach der Wahl Donald Trumps am 8. November gemalt. Der Titel ist übernommen von der gleichnahmigen schwarzen Komödie von 1997 um eine amerkanische Präsidentschaftswahl).  Andere halbabstrakte Bilder sind "Jurassic Park" und die Collage  "Der Untergang des Abendlandes" (siehe oben).

2017 kamen weitere Bilder, die zum Assozieren und Errätseln anregen sollen, hinzu: "Insomnia"; "Downunder" (hier ist es erlaubt, an einen Globus und eine Reihe von Desastern zu denken); weiterhin "Symbolismus" und "The Valley". Weitere 2017 gemalte Bilder werden in den folgenden Rubriken ("Walbilder" und "Stoff- und Materialbilder") beschrieben.

Walbilder (2016- 2017)

Ab 2016 entstehen eine Reihe von "Walbildern". Das Bild "The Return of the Whales" enthält neben dem kompositorischen Experiment ein emotionales Echo auf die Nachricht von dem schweren Erdbeben im November 2016 an der Ostküste Neuseelands und dem Ort Kaikoura. 2017 setzt sich die Faszination des Walmotivs fort. Wiederum auf ein tragisches Ereignis in Neuseeland im Februar, das Massensterben von Walen auf dem Farewell Spit auf der Südinsel spielt das Bild "Stranded Whales" an. In anderen Bildern vermischt sich die Walform mit anderen Tieren: mit Hunden und Fischen in dem Bild "Whales and Dogs". Auch in dem Materialbild "Ocean" wird (wohl zum letzten Mal?) die Walschablone verwandt (siehe Stoff- und Materialbilder in der nächsten Rubrik).

Stoff-und Materialbilder - Assemblagen (2017)

Stoff- und Materialbilder wurden 2017 hergestellt, indem in zwei Assemblagen Keilrahmem mit einem Nesselstoff bespannt wurden und weitere Elemente hinzugefügt und bearbeitet wurden. Der Stoff wurde zum Teil in zerrissenen Streifen bzw. als zerschnittene Flächen aufgeklebt. Daraus ergab sich in dem Bild "A Day at the Beach" eine reizvolle Komposition, die nur vage assoziativ mit Meeres-, Segelboot und Strandthemen spielt. In "Verschleiert" kamen als aufgeklebte Stoffe noch Mullbinden hinzu - ideal, um das Thema der Verschleierung spielerisch zu gestalten.

Stoff und Mullbindenfetzten wurden auch auf Holzflaechen aufgeklebt, die dann grundiert und bearbeitet wurden. Die Materialbilder "Desert" und 'Ocean" gehören zusammen gerade duch die thematische Opposition, die von Anfang feststand.

Ironisch-spielerische Bilder 2017/2018

In der zweiten Jahreshälfte 2017 kommen ein paar ironische-spielerische Bildimpulse hinzu, zuerst im Herbst 2017 “Hände weg von meinen Paprika”, “L’adoration de la Chaussure jaune” und “Drei Köpfe”, später im Januar/Februar/Maerz 2018 “Messy Divorce”, “The Smile” und "Exotisch". “Star Wars” entstand im Berliner Umland im Sommer 2018; das farblich ähnliche ‘Brennende Stadt” (2018) knüpft an das schon vorher existierende Motiv von Stadt und Feuer an.

2017/2018/2019: Weitere Entwicklungen in halbabstrakten Bildern – bis hin zu abstrakter Malerei

Susanne Ledanff entwickelt vor allem im neuen Jahr ihre halbabstrakten Themen und Formen weiter bis hin zu fast oder gänzlich abstrakten Kompostionen. Ende 2017 entstanden die Bilder  “Auf dem Meer”, “Mondschatten”, “Tanz am Fluss” und “Turm”. Das Bild “Turm” ist aus den Buchstaben dieses Wortes gebildet – eine weitere Variante der Turmbilder der Malerin. Die neueren Bilder des Jahres 2018 “Komposition” und “Hurrikan” sowie “Symphonie einer Großstadt” (2019) sind am deutlichsten von der Formen- und Farbensprache der abstrakten Malerei geprägt. In “Komposition” ist aber auch wiederum die Freiheit des Assozierens anvisiert und Assoziationen wie Krug, Schiffe, Flusslandschaft sind möglich. Auch "Bergwelt" kann als Abstraktion einer Landschaft verstanden werden. Im Februar 2019 wurde das Bild “Broken Whale –New Zealand” auf einer Neuseelandreise gemalt: Die Emotionen auf dieser Reise und die Topographie Neuseelands fließen in das Bild ein.

Portraits und Köpfe 2018

Aus einem Workshop im Herbst 2018 ergaben sich die Inspirationen für Bilder, die sich mit Gesichtslandschaften beschäftigen. Es handelt sich nicht immer nur um menschliche Gesichter. Auch Tierisches ist spielerisch in der Komposition vertreten. Die drei “Portraits” sind Suchbilder, können aber auch als mehr oder weniger abstrakte Bilder verstanden werden.