Themen | Neuseeland

Hier finden sich Einordnungen und Kommentierungen der Bilder und Drucke, die Susanne Ledanff in Neuseeland von ca 2003 bis 1016, dem Jahr des Umzugs nach Berlin, hergestellt hat.

Diese „Themen“- Seite ist zusammenzusehen mit der Galerie der „Neuseelandbilder“ im chronologischer Reihenfolge. Bei Bedarf kann Auskunft über weitere Bildinformationen gegeben werden.

In den Jahren 2003-2011 – nach ihrem Umzug in ein Haus im Stadtteil Avonside und vor dem Septembererdbeben 2010 – malte Susanne eine Reihe von teils sehr persönlichen Bildern, die von expressionistischen Figurenportraits bis zu der großen Collage „Tower of Babel“ reichen. Sie malte hauptsächlich mit kräftigen Akrylfarben und kühnen Strichen auf Papier oder Pappe. Auch einige „Erdbebenbilder“ entstanden in dieser Technik und diesen Materialien und wurden noch 2011 gemalt, z.B. „Sorrow“ und „The Lady with the little Dog“

Die Serie von „Creatures“(Fabeltiere)-Bildern wurde Anfang 2014 gemalt. Die Bilder wurden von Treibholz vom Strand in Birdlings Flat auf der Banks Peninsula inspiriert und sollen die Phantasie des Betrachters anregen. Könnten die tierähnlichen Treibholzformen nicht auch Fabelwesen sein – Drachen, Haifische mit Füßen, Raubvögel, Wesen in der Tiefe des Ozeans … ?

Nach ihrer Rückkehr von einem längerm Aufenthalt in Berlin Anfang Mai 2014 malte Susanne eine Reihe von Stadttraumbildern. Das erste davon war „City Night“. Mit seinen irregulären Quadraten und dicken Balken ist es fast abstrakt; jedoch enthält es auch eine undeutliche nächtliche Stadtszene mit Tischen und Menschen vor einem Restaurant. Die Bilder „City I“ und „City II“ suggerieren ebenso die Fazination durch die Großstadt mit ihren hohen Hauswänden, Dächern und Straßen. In „City I“ wird eine männliche Figur in die Stadtlandschaft gesogen; in „City II“ schaut eine Frau sehnsuchtsvoll auf eine Großstadtstraße. In beiden Gemälden tauchen die Figuren aus der Landschaft Neuseelands auf. Das Bild „Fata Morgana/Mirage“ ist die Halluzination einer Stadt mit ihren Gebäuden und Menschen: eine hinter Wüstenhügeln aufscheinende Fata Morgana. „At Night“ entstand im April 2016 kurz vor der Uebersiedlung nach Berlin.
Ein Christchurch-Stadtbild ist „The Bygones“. Auf Deutsch bedeutet der Titel in ungefährer Übersetzung: Es war einmal. Das Bild wurde von einem Foto der Ruine des Excelsior-Lokals in der Innenstadt von Christchurch inspiriert. Als eine Szene der Vergangenheit erscheinen Menschen hinter dem Absperrungszaun. 2014 standen auch einige Bilder von der neuseelaendischen Westküste, z.B. „Magic Rock“ und „The lost World“.

Seit Juli 2014 malt Susanne Ledanff eine Reihe von Aktbildern, die sie mit imaginären Landschaften und Kontexten verknüpft. In dem Bild „The Beauty and the Beast“ kann man die Anspielung auf surrealistische Motive erkennen. Das Bild „The Reader/Die Leserin“ zeigt einen weiblichen Akt auf einem „Buchstabenfelsen“, der aus Schnipseln aus einem alten deutschen Buch gebildet ist. Märchenhafte Lektüreszenen erscheinen in den Fensterbögen über der Lesenden. Das Gemälde „Satyr and Nymph/Satyr und Nymphe“ ist eine Variation des bekannten mythologischen Motivs in der Aktmalerei. „Woman at Window“ ist wiederum ein Teil der „City Dreams“, das zu einer anderen Motivserie von Susanne Ledanffs Bildern gehört. „Male Nude looking at City“ enthält eine Anspielung auf die klassischen Iphigenie-Gemälde. Das Bild „The Letter“ verwendet eine Rötelbildzeichnung, die von Stadt- und Briefmotiven umgeben ist.

Ein späterer Beitrag zu den Aktbildern ist „Female Nude with Hermes“ vom Anfang 2016.

Das Jahr 2015 brachte einen Umbruch in Susanne Ledanffs Leben und malerischer Arbeit. Als Reaktion auf Unfälle und persönlicher Erlebnisse entwickelte sie eine neue Maltechnik. Experimente mit Wasserfarben (inklusive Wasserfarbenstifte, Tinte, Wachsstifte etc.) erschienen ihr als ein Weg, mit den Emotionen dieser Zeit umzugehen. Der Fluss und die Bewegung der transparenten und verlaufenden Farben und der Striche der diversen Stifte führen zu weit mehr Abstraktion, als dies in früheren Bildern der Fall war. Andererseits sieht die Malerin in den so entstandenen Formen, Linien und Objekten auch Anknüpfungspunkte an die „Realität“: angeknüpft wird an Motive früherer Bilder: Städte, Phantasiefiguren, Akte… Aber vor allem verbinden sich die neuen Techniken mit den neu zuergründenden Themen, die mit Körperbildern zu tun haben. Deutlich stehen die Motive von Herz und Auge im Zentrum der Kompositionen.

Beispiele: City Burning; Stranded; Happy Heart and Sad Eye; Rebirth; Crazy Eye.

Das Bild „Tower“kam im Jahr 2016 hinzu und entstand aus Susanne Ledanffs Druckarbeiten heraus. Mit der Rolle wurde die Druckertinte aufgetragen und weiterhin Wasserfarbe und Pastelkreide verwendet.

Eine neue Technik, die Susanne Ledanff 2015 für sich entdeckt, entsteht aus der Arbeit mit Holz- und Linolschnitten. Sie sieht diese Arbeiten als eine Möglichkeit, mit ihren Themen und den Techniken dieser Medien spielerisch umzugehen – und zugleich eine Reihe von preisgünstigen Probierobjekten und Souvenirs für die Besucher ihrer (online)Gallerie sowie weiterer Austellungsorte und Galerien anzubieten. Die meisten Holz-und Linolschnitte explorieren neue Motive und nützen die Technik mehrfarbiger Schnitte. Teils tendieren sie zur Abstraktion und wurden auf nicht identitischen Druckplatten gedruckt. (Happy Eye; The Alien and the old Chinese); teils experimentieren sie mit Farben und Variationen des gleichen Motivs wie in der Serie der janusköpfigen Gesichter „Couples“.
Nach der Rückkehr nach Berlin 2016 kamen in ähnlichen Techniken die Drucke „Family“ und „City-Mountains“ hinzu.